Geschichte
Ein kleiner Rückblick
Folgender Text ist ein Ausschnitt aus einer Semesterarbeit von Nadja Mumprecht. Ihr sei an dieser Stelle recht herzlich gedankt.
Das Roxy-Gebäude wurde 1926 vom Architekten Wilhelm Zimmer als geschickte Kombination von Theater-, Geschäfts- und Wohnhaus gestaltet. Nachfolgend sei jedoch nur über das Lichtspieltheater geschrieben, das sich zwischen zwei Verkaufsläden befand. Es trug damals den Namen Lichtspiele Birsfelden und wurde am 2. Februar 1927 eröffnet.
Das Birsfelder Kino, mit einem Angebot von 576 Plätzen, war Eigentum der deutschbürtigen Familie Adelmann, die auch die Leitung des Theaters inne hatte.
Vom neuen Kinotheater erwartete man nur Gutes, denn unter der Leitung von Direktor Josef Adelmann hatte sich seinerzeit auch das Küchlin-Theater zum ausgezeichneten Grossstadt-Variété entwickelt und während seiner Tätigkeit auch seine Glanzpunkte erlebt.
Nicht viele kannten die Wünsche, Neigungen und Launen des Publikums so gut wie Josef Adelmann, der das Lichtspieltheater bis zu seinem Tod im Jahre 1942 leitete und weit über Birsfelder Grenze hinaus bekannt machte. Anschliessend wurde das Theater von seiner Frau Elisabeth weitergeführt.
1950 übernahm ihr Sohn Max Gass-Seitz das Unternehmen, das er im Jahre 1954, also 28 Jahre nach der Entstehung, wiederum nach neuesten Erkenntnissen und Erfordernissen umgestaltete. Auch der Name wurde geändert. Von nun an hiess das Lichtspieltheater Birsfelden Kino Roxy.
Um gegenüber den grossen Stadtkinos konkurrenzfähig zu bleiben, suchte man stets nach neuen Angeboten, um die Leute auch von Basel nach Birsfelden ins Kino zu locken. Man offerierte fürs gleiche Geld zwei Filme, wobei der erste stets ein Western, ein Horrorfilm oder ein Krimi war und der zweite Film ein Musik- oder Liebesfilm.
Nach Max Gass-Seitz Ableben im Jahr 1968 leitete seine Frau Marianne das Unternehmen. 1983 übergab sie das Geschäft ihrem Sohn Max junior. Doch 1986 kam das Aus für das Kino Roxy. Der Druck der grossen Stadtkinos, das mangelnde Geld und natürlich auch das Fernsehen trugen dazu bei.
Das Gebäude wurde Eigentum der Neuapostolischen Kirche. Diese plante im Kinoraum einen Gebetssaal einzurichten. Durch ein anderes Projekt in der Stadt Basel wurde dieser Plan aber wieder fallen gelassen. Der Kinoraum wurde in der Folge als Lagerraum für verschiedenste Materialien vermietet, zuletzt als Zementlager.
In den folgenden Jahren wurde das Gebäude kaum mehr beachtet. Die Leute gingen daran vorbei wie an jedem anderen beliebigen Haus. Kaum jemand machte sich Gedanken um den verlorengegangenen Kinoraum.
Doch 1994 gelang es dem zwei Jahre zuvor gegründeten Verein Kulturraum Roxy, das Gebäude zu kaufen, und noch im selben Jahr fanden die ersten Aufführungen statt.