Tanztage Basel 2011
Jerome Bel
«Cedric Andrieux»
Seit 2004 arbeitet Jérôme Bel an einem Biografien-Zyklus, der herausragende Tanzvirtuosen auf die Bühne stellt. «Cédric Andrieux» ist der fünfte Teil der Porträtserie, die er mit «Veronique Doisneau» begonnen hat. Cédric Andrieux, virtuoser Solist und langjähriger Protagonist der Merce Cunningham Dance Company in New York und seither beim Ballet de l’Opéra de Lyon, wechselt von der anekdotischen Erzählung zum zeitgenössischen Ballettvokabular. Er streift seine Ausbildungsjahre und gibt Momentaufnahmen aus der Künstler-Garderobe zum Besten. Ganz unprätentiös lässt er vor den Augen des Publikums seine beeindruckende Karriere Revue passieren und gewährt den ZuschauerInnen darüber hinaus persönliche Einblicke in sein professionelles Leben.
Nach den umjubelten Stücken mit dem Thai-Tänzer Pichet Klunchun und mit Pina Bausch’s Weggefährten Lutz Förster bringt Jérôme Bel mit «Cédric Andrieux» eine Studie eines im Postmodern Dance beheimateten Künstlers auf die Bühne. Jérôme Bel hat Tanzgeschichte geschrieben. Mitte der 1990er Jahre schuf er mit «Shirtology» und «The Last Performance» Schlüsselwerke der zeitgenössischen Choreographie. 2001 feierte «The Show Must Go on» Premiere, ein Stück, das längst zu den Klassikern des Tanzes zählt.
«Ganz schnell entsteht zwischen dem Solisten und seinem Publikum eine beeindruckende Magie.» (Paris Art)
Konzept: Jérôme Bel // Von und mit: Cédric Andrieux // Auszüge aus Stücken von: Trisha Brown (Newark), Merce Cunningham (Biped, Suite for 5), Philippe Tréhet (Nuit Fragile), Jérôme Bel (The show must go on) // Coaching: Jeanne Steele (Merce Cunningham) und Lance Gries (Trisha Brown) // Koproduktion: Théâtre de la Ville (Paris), Festival d'Automne (Paris), R.B. Jérôme Bel (Paris) // Unterstützung von: Centre National de la Danse (Paris), La Ménagerie de Verre (Paris), Baryshnikov Arts Center (New York) // Dank an: Thérèse Barbanel, Trevor Carlson und Yorgos Loukos // Produktion: Sandro Grando
R.B Jérôme Bel wird unterstützt von der Direction régionale des affaires culturelles d'Ile-de-France, Franzöisches Ministerium für Kultur und Kommunikation und von Cultures France.
TanzTage Basel in der Kaserne
Alias / Guilherme Botelho «Sideways Rain»
2. & 4. Februar, 20 Uhr, Kaserne Basel, Reithalle
Dauer: 60 min
15 Tänzer und Tänzerinnen bewegen sich in unzähligen Sequenzen und Varianten von links nach rechts über die Bühne. Sie kriechen, rutschen, krabbeln auf allen Vieren, gehen, fallen, rennen, stoppen und laufen weiter – das Auge des Zuschauers ist fasziniert und tanzt mit. Die verschiedenen Gangarten und der ununterbrochene Fluss der Bewegung der TänzerInnen wirken wie ein Spiegel der menschlichen Existenz. Die neueste Produktion der Cie Alias ist ein Rausch, ein hypnotischer Lauf durch die Geschichte und Evolution der Menschheit - und eine ergreifende Arbeit über zwischenmenschliche Situationen und Beziehungen.
Der brasilianische Choreograph Guilherme Bothelo kreiert mit seiner Genfer Compagnie Alias eine Tanzsprache von seltener Ausdruckskraft, die auch international begeistert. Letzteres stellt ihre rege Tourneetätigkeit innerhalb der Schweiz und auf internationalen Bühnen unter Beweis.
(Im Rahmen der Serié Romandie.)
«Hypnotisch. Eindrucksvoll. Beklemmend. Faszinierend.» (Le Temps)
www.alias-cie.ch
Choreographie: Guilherme Botelho // Assistenz: Madeleine Piguet Raykov // Musik: Murcof (Fernando Corona) // Kostüme: Marion Schmid, Julia Hansen // Szenografie: Guilherme Botelho, Stefanie Liniger // Ausstattung: Stadttheater Bern, Atelier GGN-Martin Rautenstrauch // Oeil extérieur: Gilles Lambert // Licht: Jean-Philippe Roy // Technische Leitung: Barthélémy Mc Cauley // Tanz: Stéphanie Bayle, Rémi Benard, Fabio Bergamaschi, Stanislav Genadiev, Erik Lobelius, Philia Maillardet, Alessandra Mattana, Ismaël Oiartzabal, Madeleine Piguet Raykov, Julien Ramade, Claire Marie Ricarte, Adrian Rusmali, Candide Sauvaux, Nefeli Skarmea, Christos Strinopoulos // Produktion: Alias // Koproduktion: La Bâtie, Festival de Genève, Théâtre du Crochetan, Théâtre Forum Meyrin Unterstützt von: Stadt und Kanton Genf, Pro Helvetia – Schweizer Kulturstiftung, Gemeinde Meyrin, Fondation meyrinoise, Fondation Corymbo, Fondation Leenards.
Ein Teil der Choreographie wurde in Zusammenarbeit mit dem Bern:Ballett entwickelt. Cie Alias ist eine assoziierte Compagnie des Théâtre Forum Meyrin und des Théâtre du Crochetan. Cie Alias wird im Rahmen einer kooperativen Fördervereinbarung gemeinsam von der Stadt und dem Kanton Genf, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und der Gemeinde Meyrin gefördert.
Alias / Guilherme Botelho
Schul-Workshop (auf deutsch) + Schulvorstellung (ohne Sprache)
3. Februar, Kaserne Basel, Reithalle
Workshop: 8-10 Uhr o. 10:30-12:30 Uhr / Schulvorstellung: 15 Uhr
Wie fällt Regen von der Seite?
Die Cie Alias arbeitet in einem Tanz-Workshop mit 4 Basler Primarschulklassen (8-10 Jahre) zusammen. Die SchülerInnen lernen Körpergefühl und was es bedeutet, auf einer Bühne zu tanzen und wie Regentropfen von einer Seite der Bühne auf die andere zu fallen. Im Anschluss an den Workshop bietet Cie Alias eine Schulvorstellung exklusiv für diese und weitere Schulklassen an. Anmeldungen für den Workshop und/oder die Schulvorstellungen sind über m.scherler@kaserne-basel.ch möglich. Wir freuen uns über zahlreiche Klassenbesuche!
(Im Rahmen der Serié Romandie.)
Cie Nuna / YoungSoon Cho Jaquet «Romanesco»
5. & 6. Februar, 19 Uhr, Kaserne Basel, Rossstall 1
Dauer: 60 min
Die seit zehn Jahren in der Schweiz ansässige Koreanerin YoungSoon Cho Jaquet hat sich mit diversen Traditionen choreographischer Stile beschäftigt und einen externen Blick auf künstlerische Formen und gesellschaftliche Themen in der Schweiz entwickelt. In ihrem neuen Stück widmet sich YoungSoon Cho Jaquet der Wahrnehmung ihrer unmittelbaren Umwelt. Sie beschäftigt sich mit Geometrie, Perspektiven, optischen Phänomenen und Blindheit. «Romanesco» beginnt im Dunkeln und dennoch steht das Licht im Mittelpunkt der Performance. Eine Choreographie von leuchtenden Punkten lässt geometrische, sich verändernde Muster entstehen. Die Tänzerkörper sind zu Beginn nur zu erahnen. Mit der Zeit wird die Beleuchtung intensiver und die Tänzer, die bis dahin als verwirrende Trugbilder erscheinen, bewegen sich mit einer zunehmend kräftigen Klarheit und Expressivität.
(Im Rahmen der Serié Romandie.)
www.cienuna.com
Choreographie: YoungSoon Cho Jaquet // Tanz: YoungSoon Cho Jaquet, Sun-Hye Hur, Elisabeth Valentini Gilabert, Pauline Wassermann // Licht & Bühne: Quentin Simon, Serge Perret // Musik/Sound: Jérémie Conne // Musikalische Betreuung: Anne Gillot // Kostüm: Isa Boucharlat, Boutique Sortie de Secours // Recherche & Dramaturgie: Christophe Jaquet // Raumeinrichtung: Nicolas Bassand // Foto: Samuel Rouge // Video: Frédéric Lombard // Produktionsleitung: Joséphine Affolter, Michael Scheuplein // Koproduktion: Cie Nuna, far° festival des arts vivants Nyon, Arsenic Lausanne // Kooperation: ADC Genève, Arsenic Lausanne, far° festival des arts vivants Nyon, Kaserne Basel, Südpol Luzern, Théâtre du Pommier Neuchâtel, fonds des programmateurs – Reso-Réseau Danse Suisse // Unterstützt von: Pro Helvetia – Fondation suisse pour la culture, Ernst Göhner Stiftung, État de Vaud, Ville de Lausanne, Loterie Romande
Les SlovaKs «Journey Home»
8. Februar, 20 Uhr, Kaserne Basel, Reithalle
Dauer: 60 min
Als Fünfjährige sind Les SlovaKs schon einmal zusammen aufgetreten: bei einem Volkstanzfestival. Später wurden sie an der belgischen Tanzschule P.A.R.T.S. ausgebildet und tanzten in den grossen Compagnien - bei Rosas, Ultima Vez, Akram Khan und anderen namhaften Choreographen. Nach fünfzehn Jahren getrennter Auftritte gründeten sie das «Les SlovaKs Dance Collective» und machten ihre gemeinsame Vergangenheit zum Thema. Seitdem begeistern sie mit ihrer unbändigen Tanzlust das Publikum internationaler Tanzfestivals. «New traditional dance» nennen die fünf den von ihnen entwickelten Stil: Improvisation nach festgelegten Regeln, bei denen jeder zugleich Solist und Gruppenmitglied, Zuschauer und Akteur ist. Ihr aktuelles Stück «Journey Home» ist eine rasante, virtuose Heimreise: witzig und gespickt mit Sequenzen, die an Stummfilmklassiker und ihre Slapstickstars, aber auch an die HipHop-Kultur oder an Sequenzen aus Forsythe-Stücken erinnern. Dabei schöpfen Les SlovaKs aus der slowakischen Tradition. «Wir lassen uns von der Slowakei inspirieren, wo ein Tanzabend immer ein Puzzle aus Tänzen vieler verschiedener Regionen ist. Natürlich sind alle gleich wichtig, und am Ende machen alle zusammen die Performance erst komplett. Jedes Gebiet hat seine Spezialität, sein Temperament, seine Farbe und seine Geschichten.» (Anton Lachky). Live begleitet werden sie dabei von Simon Thierrée, der in seiner Musik ebenfalls auf traditionelle osteuropäische Rhythmen und Intervalle zurückgreift.
«Was die SlovaKs zeigen, ist keineswegs nur Volkstanz. (...) Die einstündige Journey Home ist locker gefügt, die Dramaturgie rudimentär, die Stimmung umso besser. Von der Bühne kommt als klare Botschaft: Wir haben Spaß – und ihr bitte auch. Das fällt an diesem Abend tatsächlich leicht.» (Frankfurter Rundschau, 2010)
Choreographie /Tanz: Les SlovaKs Dance Collective: Martin Kilvady, Peter Jasko, Anton Lachky, Milan Herich, Milan Tomášik // Komposition/Live Musik: Simon Thierrée // Bühnenbild: Les SlovaKs Dance Collective, Joris De Bolle // Lichtdesign: Joris De Bolle // Kostüme: Mat Voorter, Pepa Martinez // Technischer Leiter: Joris De Bolle // Produktion: PHILEAS PRODUCTIONS // Koproduktion: Kaaitheater (Belgium), Charleroi/Danses (Belgium),Teatre Mercat de les Flors (Spain), Hellerau - European Center for the Arts Dresden (Germany) // Partner: DCJ - Danscentrum Jette (Belgium) // Unterstützung: Ministerium der Flämischen Gemeinschaft, Flämische Gemeinde Brüssel // Dank an: Janka Ambrózová, Roberto Magro and Eleonor Bauer
Milan Tomášik (Les SlovaKs)
«happy feet» - Workshop for Professionals, in englischer Sprache
9. Februar, 11-16 Uhr, Kaserne Basel, Reithalle
Anmeldung erforderlich: buero@kaserne-basel.ch
Milan Tomasek, Tänzer der Gruppe «Les SlovaKs», bietet für Schweizer TänzerInnen und Tänzer einen Workshop an.
«In the workshop we explore the speed dynamics and apply the quality restrictions (light/heavy, staccato/fluid), which will become a useful tool for an open, full dancing. Enjoyment is necessary. We start with an exercise focusing on lengthening in all directions at the same time. Using our own way of moving we pass through 3 different stages: posing, moving and dancing. In the most dynamic part "happy feet" we explore dancing, integrating the awareness of the whole body with the focus on musicality. In happy feet we train and challenge the way we dance; we search for enjoyment not only in easy, but also in difficult movements; we explore the space within ourselves and the group. This is a moment where technique and performance meet.»
Die Teilnahme ist kostenlos.
Anja Meser & Beatrice Fleischlin «come on baby»
9. Februar, 20 Uhr, Kaserne Basel, Rossstall 1
Dauer: 60
Vor einem Jahr machten sich Beatrice Fleischlin und Anja Meser auf den Weg, die Codes zu knacken, mittels derer sich ein «Mann» im Alltag darstellt. «come on baby» hätte ein Stück über die Inszenierung von Männlichkeit werden können, ist aber ein Bühnenflirt geworden - ein Abend über Identität und Behauptung. Anja, Beatrice und ihre flirrenden Identitäten von Klaus/Klaudia und Ringo laden zum lustvollen Plädoyer für ein Dasein zwischen den Geschlechtern ein.
Beatrice Fleischlin gehört zu den derzeit gefragtesten Performerinnen in der Schweiz und in Deutschland. Sie kreiert eigene Performances und tritt u.a. in Produktionen von Boris Nikitin, Thom Luz oder Andreas Liebmann auf. Der Fokus ihrer eigenen Projekte liegt auf der Beschäftigung mit Identitäten und Grenzüberschreitungen. «come on baby» ist ihre erste Zusammenarbeit mit der freischaffenden Berliner Tänzerin/Choreographin Anja Meser. Anja Meser organisiert Tanzprojekte für Jugendliche, übernimmt Tanz-Assistenzen und realisiert eigene Choreographien.
Konzept/Performance: Anja Meser, Beatrice Fleischlin // Eskort: Maria Fuchs, Anna K. Becker, Lukas Schmocker // Koproduktion: Südpol Luzern, Tanztage Berlin // Unterstützung: Theaterhaus Gessnerallee Zürich, Kulturförderung Kanton Luzern, Ernst Göhner Stiftung, Migros Kulturprozent, Fondation Nestlé pour l'Art // Dank an: Philippe Bischoff
Rencontre transsuisse
10. & 11. Februar, Kaserne Basel
Teilnahme nur auf Einladung
In einem gemeinsamen Netzwerktreffen bringen die TanzTage Basel im Rahmen der «Serie Romandie» verschiedene PlayerInnen der Schweizer Theater- und Tanzszene zusammen. Als externer Keynotespeaker wird Cis Bierinckx über die Zusammenarbeit zwischen flämischen und wallonischen Gruppen und über die Programmation für die Beursschouwbourg und das Festival Bâtard in Brüssel sprechen. An zwei Tagen werden eingeladene KünstlerInnen und ProgrammateurInnen ihre Projekte und Kooperationen vorstellen. Dabei soll es vorerst um einen generellen Austausch über geplante Projekte, Arbeitsweisen, gemeinsame Interessen und mögliche Kooperationsformen zwischen der Deutsch- und der Welschschweiz gehen.
(Im Rahmen der Serié Romandie.)
Alexandra Bachzetsis «A Piece Danced Alone»
11.-13. Februar, 19:00 Uhr, Kaserne Basel, Reithalle
Dauer: 60min
Alexandra Bachzetsis hat sich in den letzten Jahren zu einer der wichtigsten Choreographinnen der Schweizer Tanzszene entwickelt. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch sehr genaue Bewegungsstudien aus, die den Fokus auf die Beobachtung von Pop- und Medienphänomenen legen. Der Tänzerkörper wird wie in einem Vexierbild aus Schein und Bedeutung konstruiert und wechselt dabei fast unmerklich von einer Bedeutung in die nächste. In ihrem neuesten Stück arbeitet Alexandra Bachzetsis an einem Solo, in dem sie Wiederholung und Spiegelung als strukturelle und formale Elemente einer Performance thematisiert. «A Piece Danced Alone« hinterfragt die miteinander verknüpften Auffassungen von Original und Imitation. Das Solo ist hier ein Spiegelbild, das anderen als Anweisung und Partitur dienen kann. Das Stück kann daher entweder als Solowerk oder als offene Folge von Solos mit mehreren, sich ablösenden Darstellerinnen und Darstellern aufgeführt werden. Nach der Zürcher Premiere wird die Kaserne Basel die Koproduktion mit der Gessnerallee im Rahmen der TanzTage präsentieren.
«Im Spiel zwischen Original und Kopie, zwischen Nachahmung und Veränderung zeigt Alexandra Bachzetsis wie der Körper in der zeitgenössischen Popkultur kreiert wird – so provokativ wie produktiv.» (Basler Zeitung, 2009)
Konzept/Choreographie: Alexandra Bachzetsis // Dramaturgie: Anna Geering // Dialogpartner: Quinn Latimer, Jan Mot // Tanz: Alexandra Bachzetsis, N.N. // Musik: Lies Vanborm // Fotografie: Melanie Hofmann // Grafik: Alex Trüb // Kostüm: Patrizia Jäger // Lichtdesign: Tina Bleuler & Patrik Rimann // Produktionsleitung: Marion Baumgartner // Koproduktion: Theaterhaus Gessnerallee, Kaserne Basel // Unterstützt von: Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Pro Helvetia, Kulturelles Baselland, GGG Basel.