CultureScapes Israel
Tabea Martin &  ITAMAR MENDES - FLOHR & Matthias Mooij & Tchelet Weisstub

«When You’re Dead You’re Done»

1946 brachte Louis Jordan einen Song mit dem Titel «Let the Good Times Roll» heraus, eine Aufforderung an alle, einfach Spass zu haben und Geld zu verschwenden. Das Lied wurde zum Klassiker. Der zweite Weltkrieg war gerade vorbei und die Leute sollten ihr Geld mal wieder ausgeben und einfach zusammen geniessen. Der letzte Satz des Songs let the good times roll wurde zum Refrain, unendlich wiederholbar…

In Zusammenarbeit mit der israelischen Künstlerin Tchelet Weisstub entwickeln Tabea Martin und Matthias Mooij ihr neues Projekt «When you’re dead you’re done». Thema ist der fatalistische Hedonismus.

Fatalistischer Hedonismus

In einer Welt, die sich permanent im angedrohten oder realen Kriegszustand befindet (Israel) oder von Finanz- und Rohstoff-Krisen (Schweiz/West Europa) bedroht ist, wird der Mensch zum Hedonisten. Man geniesst intensiv das was zu geniessen ist «weil man es jetzt noch kann». Hinter diesem hedonistischen Verhalten versteckt sich aber eine Angst. Die Angst etwas zu verlieren. Sein Leben, zum Beispiel, oder sein Lebensweise. «When You’re Dead You’re Done» ist in erster Linie eine Untersuchung wie unterschiedliche Ängste in Israel und der Schweiz zu unterschiedlichen Formen von Hedonismus führen. Aber dort fängt diese Produktion erst an. 

Weil die Basis des Hedonismus in der Angst verankert ist, ist der Genuss den man erlebt ein sehr fragiler. Jeden Moment könnte der Genuss vorbei sein. Das hat zur Konsequenz, dass man sich fest beisst in diesem Genuss. Man benutzt den Genuss als Boje in schweren Strömungen; man weigert sich die Boje los zu lassen und die Realität ins Auge zu fassen. Und so wird der Hedonismus fatalistisch. Der Genuss verwandelt sich langsam in etwas gefährliches, hässliches, und böses. Schlussendlich wird der Genuss zur Selbstzerstörung.

In dieser Produktion werden Tabea Martin, Matthias Mooij und Tchelet Weisstub zusammen mit zwei israelischen Performern die Verwandlung von Genuss in Selbstzerstörung untersuchen. Culturescapes ermöglicht in Zusammenarbeit mit dem Theater Roxy und Theatre Hazirah in Jerusalem, eine Produktion, die in enger Zusammenarbeit der israelischen, holländischen und Schweizer KünstlerInnen entsteht.

Die Basler Tänzerin und Choreografin Tabea Martin und der holländische Regisseur und Performer Matthias Mooij haben seit 2004 verschiedene Projekte im Roxy realisiert («Promenade dans l’eau», «Über freundliche und ausgeglichene Menschen», «und oben standen wir», und «sofort geniessen»), und dabei einen unverwechselbaren Stil kreiert. Die energiegeladenen Choreografien Martins und die leise Ironie der Texte Mooijs, fliessen in einer Weise ineinander, die die sehr persönliche Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema bei aller inhaltlichen Brisanz ihrer Abende federleicht macht. 

 

Konzept/Musik/Bühne: Tabea Martin, Matthias Mooij und Tchelet Weisstub

Performance: Tabea Martin, Matthias Mooij, Tchelet Weisstub und zwei israelische Tänzer

Eine Koproduktion mit dem Theater Roxy, Culturescapes und Theatre Hazira

Mit freundlicher Unterstützung von Culturescapes, Theatre Hazira, Edith Maryon Stiftung und Sophie & Karl Binding Stiftung.