Tobias Rosenberger
«Theatermaschinen – Theatermodelle»
"Tobias Rosenbergers Arbeiten sind mehrschichtig und multidimensional, sie bestechen durch ihre konsequente Komposition und die Vernetzung komplexer medialer Systeme. Seine Installationen spiegeln die Welt in Räume, sind gleichzeitig Bühne und Aktionsraum. [...]
Dabei geht es ihm nicht darum, Gesellschaftskritik zu üben, Geschichten zu erzählen oder eine konkrete Idee auszudrücken. Er will vielmehr Räume schaffen, in denen der Besucher selbst anfangen kann zu denken." (Elke Eberle, Esslinger Zeitung)
Tobias Rosenberger (*1980) studierte am renommierten Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Giessen.
Seine Arbeit an der Schnittstelle von Interactive Art, Installation und Performance behandelt Medien als Zeichensysteme, deren Materialität selbst wieder potentiell signifikant werden kann, um das "Zwischen" von Kode und Denken als einen Raum zu behaupten, in dem eine subjektive Erfahrung möglich wird.
Neben diversen Theaterprojekten realisierte Tobias Rosenberger Installationen u.a. für das Goethe Institut Barcelona, die Luminale Frankfurt sowie die deutsche Botschaft in Sana'a.
Für die Ausstellung Theatermaschinen / Theatermodelle (AT) werden mediale Skulpturen erstmals in der Schweiz zu sehen sein, welche in Modellwelten das Theatralische akzentuieren und hinterfragen. Die Veränderung des Massstabs generiert hier einen Simulationsraum, der eine Annäherung an spezifische zeitgenössische Problemstellungen ermöglicht.
So bezieht sich die Arbeit «Projektion 1675» auf ein theatrales Erlebnis des deutschen Philosophen in Paris: die Präsentation eines Apparats mit dessen Hilfe Menschen über die Seine laufen können bewegt ihn derart, dass er in einer Kampfschrift die Gründung einer Akademie für Repräsentation fordert. Der Techniker, Analytiker und nicht zuletzt tief religiöse vertraut den Mitteln des Theaters, der (Re-) Präsentation, dem Effekt, der Zerstreuung, wenn es um den Vertrieb neuer Technologien geht also mehr als der Überzeugungskraft naturwissenschaftlicher Fakten. Aporien wie diese decken die Arbeiten von Tobias Rosenberger visuell eindrucksvoll auf und enthüllen dem Betrachter ein Narrativ, das in den Bann zieht.
Er war Teilnehmer von E-mobilArt (European Mobile Lab for Interactive Media Artists, 2008 – 2009), einem von der EU im Rahmen des Culture 2007-13 Programmes geförderten internationalen Programmes mit Workshops in Athen, Rovaniemi und Wien sowie Ausstellungen in Thessaloniki und Katowice.
Künstlerresidenzen u.a. in Lyon (Goethe Institut, Les Subsistences), Schöppingen (Projektstipendium Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, mediale Kunst), Mexiko-City (Mexiko-Stipendium für dt. Medienkünstler, Centro Multimedia del Centro Nacional de las Artes, Werkleitz Zentrum für Medienkunst, Goethe Institut) und Esslingen (Bahnwärterstipendium Bildende Kunst).