Tabea Martin | Matthias Mooij
«sofort geniessen»Eine Recherche im Genusszeitalter
SOFORT GENIESSEN wirft einen Blick auf den Menschen im Genusszeitalter. War Genuss vor 30 Jahren noch eine Belohnung nach harter Arbeit, so brauchen wir heutzutage den Genuss wie das Auto das Benzin. Genuss treibt uns. Aber wohin.
«Wir sind die Genuss-Generation. Wir sind mit der Gewissheit aufgewachsen, dass das Erreichen von Genuss das höchste aller Ziele ist. Das hat man uns von Kindesbeinen an erzählt. Also haben wir den Genuss gesucht. Den akuten Genuss. Wir müssen nichts - wir dürfen, wir können. Langfristige Lebenspläne haben wir nicht. Flexibilität und schnelle Anpassung sind für uns wichtigere Werte als Ausdauer und Durchhaltevermögen. Unser Genuss ist essentiell. Und unser Genuss lebt vom dauernden Wechsel. Aber je mehr wir unser Leben auf die Jagd nach dem ultimativen Genuss-Kick ausrichten, desto blasser scheinen die Erlebnisse zu werden, die uns der Genuss doch verschaffen soll. Der Zweifel beginnt in uns zu nagen: «Ist der Sonnenuntergang wirklich so einmalig schön, wie er im Reiseführer versprochen wurde? Ist der Sex mit Beate/Klaus/Regula/Hans wirklich atemberaubender als der mit Karin/Max/Murielle/Johannes?» Was läuft eigentlich in uns ab wenn wir geniessen? Und warum erzählen wir so gern über was wir genossen haben?»
SOFORT GENIESSEN: über Genuss, Verzicht und über die Angst nichts mehr geniessen zu können.
Bereits drei Projekte haben die Basler Tänzerin und Choreografin Tabea Martin und der holländische Regisseur und Performer Matthias Mooij am und mit dem Theater Roxy realisiert («Promenade dans l’eau», «Über freundliche und ausgeglichene Menschen» und «und oben standen wir»), und dabei einen unverwechselbaren Stil kreiert. Die energiegeladenen Choreografien Martins, die leise Ironie der Texte Mooijs, Low-Tech-Multimedia-Elemente und die unverkrampfte direkte Kommunikation mit ihren Zuschauerinnen und Zuschauern fliessen in einer Weise ineinander, die die sehr persönliche Auseinandersetzung mit einem aktuellen Thema bei aller inhaltlichen Brisanz ihrer Abende federleicht macht.
«SOFORT GENIESSEN» ist als Langzeitprojekt angelegt, das mit einem Auftritt am Theaterspektakel Zürich im August 2010 beginnt und im Theater Roxy weiter entwickelt wird. Als ein zentrales Element ihrer künstlerischen Arbeit werden Tabea Martin und Matthias Mooij in Zusammenarbeit mit dem Performancekünstler Manuel Scheiwiller die Probebühne verlassen und mit Interventionen und Aktionen zum Thema Genuss im öffentlichen Raum Erfahrungen sammeln, die ihren Niederschlag unmittelbar in der Inszenierung finden.
Ihre Performance wurde auf der Premiere im August am Zürcher Theaterspektakel begeistert gefeiert. „Erste Sahne“ diagnostizierte die BaZ und der Tages Anzeiger fand „das vielversprechende Duo [konfrontiert] die Zuschauerinnen witzig und charmant mit der herrschenden Genusssucht. Dabei fliessen die energiegeladenen Choreografien Martins und die leise Ironie der Texte Mooijs sowie Low-Tech-Multimedia-Elemente in einer Weise ineinander, die das Stück trotz der Brisanz des Themas federleicht macht.“
Weitere Informationen: www.sofortgeniessen.ch
Gefördert vom Fachausschuss Theater/Tanz der Kantone Basel Stadt und Baselland. Mit freundlicher Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung, der GGG Basel, der Schweizerischen Interpretenstiftung, Futurum Stiftung.

Von und mit Tabea Martin und Matthias Mooij.
Bühnenbild: Jean Marc Desbonnets.
Kostüme: Mirjam Egli.
L’oeil exterieur: Sebastian Nübling.
Dramaturgie: Peter-Jakob Kelting.
Produktionsleitung: Bea Ackermann/North By North West Kulturprojekte.
Eine Koproduktion mit dem Theater Roxy, dem Fabriktheater Rote Fabrik, dem Südpol Luzern und Migros-Kulturprozent im Rahmen von «Prairie – Koproduktionsmodell mit innovativen Schweizer Gruppen».
Gefördert vom Fachausschuss Theater/Tanz der Kantone Basel Stadt und Baselland. Mit freundlicher Unterstützung der Ernst Göhner Stiftung, der GGG Basel, der Schweizerischen Interpretenstiftung, Burgergemeinde Bern.
