Uraufführung/Koproduktion

Manuel Bürgin & FAX AN MAX
«PETER DER ZWEITE» 

von Gaël Roth

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«Schaut man sich das Verhalten nach Macht strebender Persönlichkeiten an, fällt einem auf, dass diese gnadenlos berechnend sind; gleichzeitig aber wie kleine Kinder, rechthaberisch und trotzig. Ein Umstand, der auf verletzte Eitelkeiten und gekränkte Seelen zurückzuführen ist. Und ein unglaubliches Potential für Komik in sich birgt. Dieses Potential habe ich mir zu eigen gemacht, um darzulegen, wie diese Persönlichkeiten mit Macht erzwingen wollen, was mit Macht nicht erzwingbar ist: Liebe und Anerkennung für ihr Dasein als Mensch.» Gaël Roth

Der junge Autor Gaël Roth erzählt in seiner Groteske mit rasantem Tempo und viel schwarzem Humor vom Aufstieg und Fall eines Mannes, der um jeden Preis Präsident werden will. So heiratet Peter seine Ex-Freundin Aline, obwohl die attraktive Natascha den viel besseren Sex zu bieten hat, denn Alines Vater ist der Präsident des Landes – jedenfalls noch.

Der ursprüngliche Antrieb für Peters Machtstreben wurzelt in einem frühkindlichen Trauma: Wolfgang, der ehemalige Kindergartenkamerad, durfte beim Krippenspiel den Joseph spielen, während er selber nur ein Schaf war. Eine Demütigung, die Peter nie vergessen hat und für die er sich rächen will. Wenn er denn erst einmal Präsident ist.

Als Alines Vater stirbt, scheinen Peters Wünsche in Erfüllung zu gehen. Grössenwahnsinnig manipuliert er sein soziales Umfeld und schafft ein absurdes Fantasiereich: Seine Geliebte muss eine verherrlichende Peter-Biografie einstudieren, ein alter Freund wird mehrfach zum Mord angestiftet und ein harmloser Schuhmacher zum Feindbild Nummer Eins geformt. – Wer nicht mitspielt in seiner Welt, bleibt auf der Strecke. Doch Peter verirrt sich immer mehr in seinem Lügenkonstrukt und kämpft an allen Fronten gegen den aufkeimenden Widerstand.

In der surrealen Bühnenwelt des Kollektivs «Fax an Max» wird Peter auf eine kathartische Reise geschickt, an deren Ende die Gewissheit steht, dass sich die eigene Vergangenheit nicht umschreiben lässt.

«Fax an Max»: Nachdem ihre letzte Produktion «Kim Jong II» erfolgreich durch vier Städte getourt ist, realisiert das Ensemble «Fax an Max» die nächste Produktion «Peter der Zweite» von Gaël Roth, ein Stück, das 2008 im Rahmen des Autorenprojekts Dramenprozessor entstanden ist. 

Mit: Silke Geertz, Nikolaus Schmid, Cathrin Störmer, Samuel Streiff und Silvester von Hösslin. Regie: Manuel Bürgin. Bühne/Kostüme: Kathrine von Hellermann. Musik: Sandro Corbat. Dramaturgie: Ursina Höhn. Licht: Michael Omlin. Assistenz: Elvira Isenring. Produktionsleitung: Myriam Zdini.

Koproduktion: «Fax an Max», «Dramenprozessor», Theater Winkelwiese Zürich, Schlachthaus Theater Bern, Roxy Theater Birsfelden.

Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Zürich Kultur, Pro Helvetia Schweizer Kulturstiftung, Fach¬stelle Kultur Kanton Zürich, Migros Kulturprozent, GGG (Stand: November 2009).