Lumpenbrüder Productions und Shabani & The Broken Flowers präsentieren:

«Othello. Ich bin nicht, was ich bin.»

*Publikumspreis Treibstoff-Theatertage Festival 2009

Jago und Othello sind zurück, der stolze, schwarze Feldherr und sein neidzerfressener, weisser Fähnrich – fusioniert zu einem Rockstar, dessen Armee – «Shabani & The Broken Flowers» – mit Saiten, Sticks und Stimmgewalt bewaffnet ist.

«Ich bin nicht, was ich bin» – Jagos Satz aus der ersten Szene des Dramas formuliert das zentrale Motiv dieses zeitgenössischen Popdramas: Wer ist hier eigentlich wer? Ein Spiel mit dem Identitätenhopping und der Möglichkeit, sich selber zu erfinden, zu definieren: Wer man sein will, wer man ist und wie man dazu wird. Ich bin schwarz, mein Herz ist weiss.

Patrick Gusset aka Shabani (Shabani & The Burnin Birds), Urheber des Projekts «Othello» und u.a. verantwortlich für Songtexte und Musik, fusioniert den klassischen dramatischen Konflikt mit der Frage nach Identität und Identifikation. Othello und Jago sind nicht Feldherr und Fähnrich, sondern ein Teil seiner Identität. Er macht  aus Jago Othellos Alter Ego, das Teufelchen in Othellos Kopf, das ihn nicht ruhen lässt beim verzweifelten Versuch, im Spannungsfeld zwischen eigenen Ansprüchen und gesellschaftlichen Bedingungen, Herz und Hirn, ein Selbstbild zu entwickeln – und zu erhalten.

In Zeiten von Facebook und Second Life begeben wir uns auf die Suche nach Identität. Anhand von biographischem Material des Protagonisten und seinen eigenen Fragen als dunkelhäutiger Schweizer mit jamaikanischen Wurzeln erforschen wir das «wer», das «wieso» und das «will ich das überhaupt?!». Das Ganze spiegelt sich in den beiden gewählten Formen Musik und Theater wider. Biografische Texte treffen auf Shakespeare, Malcolm X oder Max Frisch. HipHop trifft auf Jazz trifft auf Rock. Othello, der wohl bekannteste «Neger» der Weltliteratur, dient als Projektionsfläche der eigenen Wünsche und Sehnsüchte.

«Ich bin all das, was ich nicht sein will.»

«Ich bin alle, die ihr wollt»

«Antrieb, Kern und Herz der Aufführung ist Patrick Gusset selbst, der schweizerisch-jamaikanische Musiker und Schauspieler und sein Problem mit der Indentität, das sehr konkret ist. Gusset ist dabei Othello und Jago zugleich und fragt sich unablässig, was er wäre, hätte er eine andere Haut. Originell und sprechend sind die Bühnenmittel eingesetzt; die Videoeinspielungen und musikalischen Nummern antworten den Spielpassagen, vertiefen sie und sind doch stark und berührend wie die Aufführung durch ihren Protagonisten. Gusset ist ihr ebenso wirbliges wie nachdenkliches Zentrum, ein wunderbarer Künstler, glaubhaft, präsent bis in die Fingerspitzen.»
Basellandschaftliche Zeitung, 11. Sept. 2009

Die Jury des ZDFtheaterkanal hat die Produktion «Generation 2.0» des Theater Basel unter der Leitung des Theaterpädagogen und vitamin.T-Mitarbeiters Patrick Gusset ausgewählt und an die neue Film-Akademie in Ludwigsburg eingeladen. Die Vorstellung wird vom ZDF aufgezeichnet. Das Theater Roxy gratuliert Patrick Gusset und seinen Schauspielerinnen und Schauspielern.

Konzept, Gesamtleitung, Text und Musik: Patrick Gusset. Regie und Video: Laurent Gröflin, Patrick Gusset. Bühne, Ausstattung: Chasper Bertschinger. Dramaturgische Begleitung: Christian Hansen. Schauspiel, Leadstimme: Patrick Gusset und Shabani. MusikerInnen: Joy Totaro (Backing-Vocal), Christian Rösli (Rhodes, Keys), Simon Rupp (Gitarre), Lionel Gafner (Bass), Fred Bürki (Drums). Tontechnik: Julien Fehlmann. Produktionsleitung: Patrick Gusset.