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«multIPleoPtIoN_14»
Wo bewegt sich diese eine Generation zwischen Facebook und Lehrstellensuche? Permanent veränderbar bleibt heute alles immer in der Schwebe, Wandel zeigt sich als einzige Konstante. Ist es noch möglich, sich auf etwas einzulassen? Oder verpass’ ich dabei die Welt? Gubcompany, Heinz Gubler und Christine Rinderknecht, nähern sich einem Zeitbild über das beschleunigte und gleichzeitig uferlose Aufwachsen der heutigen Teens.
Die einstündige Theateraufführung entführt den Zuschauer in den Dschungel der heutigen Jugend, deren Möglichkeiten, Wünsche und Ängste. «Multipleoption_14» bewegt sich irgendwo auf der virtuellen Strasse zwischen Facebook und High Heels, zwischen Lehrstellensuche und World of Warcraft. «Multipleoption_14» ist aber echt! Wahre Geschichten Jugendlicher geben die Vorlage für einen inszenierten TV-Dreh, in welchem die Schauspieler sowohl die Arbeit vor als auch hinter der Kamera zu erledigen versuchen. Das neue Stück von Gubcompany verbindet Video, Musik, Tanz und Theater und begleitet die heutige Jugend auf der komplexen Suche eigener Wege zur Identität.
«Die Schauspieler auf der Bühne springen leichtfüssig in neue Rollen, werden zu Jugendlichen, zu Eltern. Dabei verwandelt sich die Beleuchterin schnell mal zu einem Ork und der Praktikant wird zum krassen Gangster.
Perfekt zu sein. Das steht im Mittelpunkt. Sei es auch, ohne etwas zu können. Hauptsache, man steht im Mittelpunkt. Mit Aufmerksamkeit verwöhnt oder derer gänzlich beraubt kämpfen die Schauspieler auf der Bühne um die Zuneigung des Publikums. Die Jugendlichen um die der Welt.
Im Wirrwarr der Äusserlichkeiten, in der Brutalität der Belanglosigkeit suchen sie aber auch nach einem Funken Wahrheit. Als Alternative für kurze und immer längere Zeit bleibt die Flucht in bunte Ersatzwelten. In diesen bekommen sie das Nötigste: Die Anerkennung beim Gamen, die Action beim Prügeln. Musik als letzte Rettung in der Unverstandenheit des Aufwachsens. Oder die übermässige Beschäftigung mit der Oberfläche. Sie muss als bröckelnder Ersatz für die innere Leere herhalten. Sie gewährt einen Moment Glanz, ein bisschen Ablenkung. Aber schlussendlich wollen sie nur weg, raus in die Welt, die sie so (noch) nicht wahrnehmen, ernst nehmen will.
Der Gubcompany gelingt es, dieses Dilemma multimedial einzufangen. Mit erstaunlich frischem Spiel, lebendiger Sprache und passend eingesetzten Visuals entstand ein Stück Zeitbild – das berührt. Rasant, schnell und packend. Ganz und gar nicht nur für Jugendliche. Aber für die auch.»
Vesna Garstick
Realisation: Heinz Gubler, Christine Rinderknecht. Spiel: Vera Bommer, Samuel Eisenring, Mabô Kouyaté, Yvon Oesch, Pema Shitsetsang. Musik: Next Generation Orchestra. Dramaturgie: Veronika Sellier. Bühne: Roberto Custer. Kostüme: Melanie Höchle. Video: Bernie Forster, Heinz Gubler. Produktionsleitung: Nathalie Buchli.
Die Premiere fand am 23. Oktober 2009 im Theater GZ Buchegg, Zürich statt.
Koproduktion Theater im GZ Buchegg, Zürich, und Theater Roxy, Birsfelden.
Mit freundlicher Unterstützung von: Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, Fachausschuss Theater und Tanz BS/BL, Pro Helvetia, Migros Kulturprozent, Stanley Thomas Johnson Stiftung, Ernst Göhner Stiftung, GGG Basel, Schweizerische Interpretenstiftung