Cathy Sharp Dance Ensemble
«Ein Bruchteil einer Sekunde»
Eine neue Van Gogh Variation von Cathy Sharp
«Das Leben ist nur ein Bruchteil einer Sekunde.
Ein ungeheuer kleines Mass an Zeit,
um uns unsere Wünsche, unsere Träume,
unsere Leidenschaften zu erfüllen.» (Paul Gauguin)
Mit diesen Gedanken Paul Gauguins war Vincent Van Gogh, sein Kollege, Freund und auch Konkurrent, sicher einverstanden.
CSDE Probenbesuch from Roxy Theater on Vimeo.
Die Farben und die Bewegung in seiner Kunst, und das Individuum Van Gogh faszinieren Cathy Sharp. Für sie ist auch der Tanz Bewegung und Farbe. Deshalb beschäftigt sie sich weiter mit ihren «Van Gogh Variationen», um der treibenden Energie dieses Künstlers noch näher zu kommen.
Cathy Sharp geht abstrakt an diese Figur heran. Die Inspirationsquelle ist die optische Bewegung in Van Goghs Gemälden, die durch seine malerische Darstellung und seinen Stil so klar sichtbar ist.
Anhand der zahllosen, intensiven Briefe an seinen Bruder und andere Familienmitglieder wird eine facettenreiche Persönlichkeit entdeckt. Nicht nur seine bekannte tiefe psychologische Auseinandersetzung mit sich selbst findet man darin, sondern auch eine Person mit Humor, einen mehrsprachigen Mann mit intellektueller und gefühlvoller Kraft.
«Wer sein Leben erhalten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieret um eines höheren willen, der wird’s erhalten.» (Brief 310, um 10. August 1883)
Nicht nur Tanz, Ton, Farben und Licht, sondern neu auch die menschliche Stimme – Zitate aus seinen Briefen, gelesen von Thomas C. Gass – und die humanistischen Ideale Van Goghs sollen zur Annäherung an diese Künstlerfigur beitragen.
Wenn über Van Gogh gesprochen wird, kommen oft drei Themen zur Sprache: der finanzielle Wert seiner Gemälde in der jetzigen Zeit, sein Suizid und natürlich auch das vermeintliche Ohrabschneiden. Mit dieser reduzierten Aussage über den Künstler war CS nie einverstanden. Sie will die Leidenschaft Van Goghs für die Kunst und das Leben aufzeigen.
Doch, wie Tara Hill (BZ vom 07.06.2009) bemerkt:
«Es gibt keinen einzig wahren Zugang zur Kunst- und Künstlerfigur. Nur ein stetiges Kreisen, eine zerbrechliche Annäherung an diesen mythischen Menschen zwischen Genie und Wahnsinn.»
Tanz: Lucas Balegno, Misato Inoue, Pamela Monreale, Michaël Pascault.
Choreografie: Cathy Sharp.
Sprecher: Thomas C. Gass.
Licht-Design: Michel Güntert.
Fotos: Peter Schnetz.