ANNA RÖTHLISBERGER co.
«BRAIN GAME»

Eigenheit und Unterschiede – eine zeitgenössische Tanzkreation

«Ich sehe, dass man nie alleine ist, sondern man spricht zum einen mit dem Bild und zum andern mit sich selbst. Wo das Bild mit einem spricht und tatsächlich antwortet, ist man glücklich. Natürlich ist man frustriert, wenn das Bild zerbricht.» (Tim Eitel)

Ein Spiel um die Pose
Menschen, die sich zum einen unbeobachtet fühlen, zum andern im öffentlichen Raum bewegen. Die ganze Zeit geben sie ein kontrolliertes Bild von sich nach aussen ab. Es ist eine Art von Selbstdarstellung, eigentlich eine Negativdarstellung. Vermeiden aufzufallen, vor allem natürlich unangenehm aufzufallen, gleichzeitig der Versuch, ein Idealbild von sich zur Schau zu stellen und dadurch den verletzlichen Kern zu schützen.

«Ich bin glücklich. Aber das ist ein anderes Problem.»

In ihrer neuen Produktion hat Anna Röthlisberger eine einmalige Konstellation an Menschen zusammengebracht, die in ihrer Körperlichkeit, ihrem Alter und ihrer Herkunft unterschiedlichste Voraussetzungen mitbringen. Mit Sylvia Rijmer (u.a. Drift, Stadttheater Bern und Giessen), James O’Shea (u.a. Candoco) und Silvia Wolff (u.a. Second Avenue Dance Company N.Y.) stehen drei weitgereiste Bühnenprofis auf den Brettern. Umso bemerkenswerter ist dies, da ein Tänzer keine Beine hat und eine Tänzerin halbseitig gelähmt ist. Dazu kommt Rebecca Weingartner (Kompanie 7273), die als freischaffende Tänzerin in der Schweiz arbeitet. Aus facettenreichen Seinszuständen der ExponentInnen haben Anna Röthlisberger und Klaus Jensen (szenische Begleitung) das Stück «Brain Game» geschaffen. Eine Art Vakuum um die Gunst des eigenen Spiegelbildes.

Der Musiker Marc Rossier hält vor Ort die Szenen- und Stimmungswechsel mit seiner akkurat komponierten Musik für Gitarre und Live-Elektronik zusammen. Das Lichtdesign von Brigitte Dubach bietet dazu ein gleichermassen eigenständiges Medium.

«Tanz ist nicht nur körperliche Perfektion und technisches Können. Fragilität und Transparenz spielen eine grosse Rolle, aber auch die krude und direkte Körperlichkeit kommen nicht zu kurz. Anna Röthlisberger befragt nicht nur den zeitgenössischen Tanz selbst in ihren Choreografien, sie enthüllt uns auch wichtige Aspekte des Andersseins, ohne die das Menschsein karg wär.» (Esther Sutter, Tanzpublizistin)

Als Tänzerin und Choreografin ist Anna Röthlisberger mehrfach ausgezeichnet worden und seit 15 Jahren ein Begriff in der Schweizer Tanzszene. In einem einmaligen Austausch Schweiz – Spanien kreierten sie und ihr Co-Leiter Klaus Jensen 2007 das Stück «Pez y Pescado»: Dort arbeiteten sie erstmals mit TänzerInnen mit Down-Syndrom. Das Stück wurde an etablierten Schweizer Tanzfestivals gespielt, u.a. bei den Basler Tanztagen. «Pez y Pescado» ist ein Unikat, das im Rahmen von Steps #12 erneut in der Schweiz auf Tournee geht. Mit ihrem neuen Modell, professionellen Bühnentanz mit erfahrenen TänzerInnen mit und ohne Behinderung zu realisieren, geht Anna Röthlisberger den eingeschlagenen Weg konsequent weiter.

Idee und Konzept: Anna Röthlisberger. Beratung: Marc Rossier. Co-Leitung: Klaus Jensen. TänzerInnen: James O’Shea, Sylvia Rijmer, Silvia Wolff, Rebecca Weingartner. Choreografie: Anna Röthlisberger in Zusammenarbeit mit den TänzerInnen. Szenische Regie: Klaus Jensen. Live-Musik: Marc Rossier. Licht/Raum: Brigitte Dubach. Kostüme: Christina Müller. Grafik/Plakate: Matthias Heipel. Beratung/Administration: Nicole Baumgartner. Produktion: Anna Röthlisberger co.

Mit freundlicher Unterstützung: Der Fonds Warteck pp beschenkt das verehrte Publikum! Webadresse für Ticketreservation:
http://www.warteckpp.ch/fonds-tickets/index.jsp

BRaIN Game - Probenbesuch from Roxy Theater on Vimeo.